Die Nacht der Blockflöte 2011 ist sehr erfolgreich verlaufen. Gute Zuschauerresonanz und ein tolles Programm der vielen Musikerinnen und Musiker haben uns begeistert! Allen Beteiligten, auf und hinter der Bühne, ein großes Dankeschön!
Folgender Artikel erschien in der Neuen Westfälischen am 4.4.2011:
Wenn die Flöte die erste Geige spielt
Ensembles haben dem Instrument eine ganze Nacht gewidmet
VON ALEXANDRA BUCK
Sieker. Die Flöte fristet zuweilen ein kümmerliches Dasein als Übungsobjekt. An dem Kinderhände greifen lernen – nur um sich später vermeintlich populärerem Musikwerkzeug zu widmen. Sie ist eben nicht herausragend. Doch das hölzerne Äußere täuscht. Im Team ist die Blockflöte eine Wucht mit vielen Gesichtern: frech, besinnlich, virtuos und strahlend.
55 Flötisten und Flötistinnen präsentierten das Instrument bei der zweiten Nacht der Blockflöte am Samstagabend in der Lutherkirche. Vier Stunden lang. In all seinen Ausprägungen. Musiker, die eben nicht nach den ersten Flötentönen zu spektakuläreren Instrumenten gegriffen haben, sondern ihr treu geblieben sind.
Johanna Spilker ist so eine. Sie spielte im Konzert die erste Flöte im Ensemble Stimmwerk. 18 Jahre alt, mit sechs zum ersten Mal eine Flöte in Händen gehalten. Die Mama hatte Klein-Johanna in der Bielefelder Kunst- und Musikschule angemeldet. „Meine Entscheidung war das nicht“, sagt Johanna Spilker. Und jetzt lässt sie die Flöte nicht mehr los. Leichtfüßig spielte sie sich am Samstag durch die Oktaven der Suite a-moll. Auch Claudia Dullin hält an der Blockflöte fest. Seit 45 Jahren. „Sie ist ein Ensemble-Instrument. Das schätze ich an ihr.“
Ein vielseitiges Programm von der Renaissance bis zur Moderne präsentierten die Musiker diverser Ensembles der Musik- und Kunstschule, die Flötistinnen des Markus-Consorts, das Duos „Whiste & Strings“ und mehrere Einzelspieler. Darunter die Musikprofessorin Monika Bovenkerk, 1979 an die Musikhochschule Detmold berufen. Sie zeigte etwa in den Russischen Skizzen (Markus Zahnhausen), was an der Altblockflöte technisch möglich ist.
Herausragend auch Zoe-Marie Ernst, 27 Jahre alte Meisterin am Instrument. Mehrfach gewann sie den Wettbewerb „Jugend musiziert“. 2001 wurde ihr ein Stipendium der Musikschule-Südlicher Schwarzwald verliehen.
Preisgekrönter Flötist ist auch Frank Oberschelp, Fachleiter an der Kunst- und Musikschule und Initiator der Nacht der Blockflöte. Vor 25 Jahren gewann der den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Das verriet seine ehemalige Musiklehrerin Ruth Vogelsang, die am Samstag zu den Zuhörern zählte.
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